Eine kapitalistische Zwischenbilanz – Kolumne von Siegfried Kassebaum

Unter welch geradezu paradiesischen Zuständen von Wohlstand, Freiheit und Demokratie leben wir doch unter der gütigen Herrschaft des Kapitals – Das Versprechen, dass endloses Wachstum auch in einer endlichen Welt möglich ist – Idealistische Hirngespenste mit denen die Hirne der Menschen penetrant indoktriniert werden.

Das Kapital, die Kapitalisten plündern unsere Mutter Erde, berauben sie ihrer unwiederbringlichen Schätze. Vergiften und Vermüllen die Atemluft, die Atmosphäre, den Boden, das Wasser, die Nahrungskette, die natürlichen Lebensgrundlagen zukünftiger und jetziger Generationen. Rotten Flora und Fauna aus. Sie fluten die Erde mit schnöden Kommerz und Konsum und zerstören so Denk- Arbeits- und Lebenskultur, Autonomie, Humanität, Solidarität, Lebensqualität, die sozialen Lebensgrundlagen der Erdbewohner. Im Leben der lohnabhängig arbeitenden Menschen wurde in den letzten ca. 50-70 Jahren ein radikaler Wertewandel durchgesetzt (Neoliberalismus): Von einer in gewisser Weise noch immerhin human und sozial gestalteten Arbeitswelt, hin zu einer auf purer Konkurrenz, Wettbewerb und Profit basierenden menschenverachtenden auf grenzenloser Höchstleistung getrimmten Arbeitswelt. Mit diesen Methoden treiben sie zig Millionen Menschen hier wie dort in Armut, ins Elend und Verderben, in die Flucht.

Aber mit diesen extremistischen Methoden stopft sich das Kapital zugleich auch volltrunken im Siegesrausch hemmungslos die Taschen voll. Ihre Tresore und Depots platzen aus allen Nähten. Und geistige Zwerge und korrupte, dekadente Giganten aus Politik, Finanzwirtschaft und Lobbygeflecht helfen diesen Extremisten tüchtig dabei. Um dieses zerstörerische Profitsystem zu sichern und auszubauen führt der Kapitalismus Kriege und unterhält waffenstarrende Arsenale weltweit und gefährdet so dauerhaft den Weltfrieden.

Soweit eine unvollständige aber in diesem Rahmen leider nur mögliche Zustandsbeschreibung der Grundstruktur des Mensch und Erde ausraubenden kapitalistischen Ausbeutersystems.

O Freiheit, du bist ein böser Traum

 

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